Sebastian Vonderau

| Song #2 | Prison Sculpture Class | Dust | Sisyphos | Variation mit Ventilator | Deshalb | Lieblingsteile | Raster | Oktober 2009 | FbdAk | The Life Series 002 | The Life Series 001 | Ikea | Minnis |

 

“Lieblingsteile”, 2009

Objektserie, Aluminium, ca. 20x10x2 cm

Eine Serie von Objekten, die an technische Bauteile erinnert. Die aus Aluminium gefrästen Objekte bewegen sich zwischen Roheit und Präzession. Untereinander besteht ein formaler Zusammenhang. Bei genauer Analyse zeigen sie sich als Dreidimensionales Puzzle. Jedes Objekt ist ein Einzelstück, die Serie lässt sich unendlich fortsetzen.
Durch formale Anleihen technischer Bauteile drängen sie eine Signifikanz auf ohne diese zu erklären. Zu vage und zu vielfältig sind die Möglichkeiten einer Kontextbestimmung. Die Objekte verweisen durch ihr formales Erscheinungsbild auf eine Funktion. Sie implizieren eine Wichtigkeit, ein Fehlen in einem komplexen Mechanismus. Die Attribute, die transportiert und suggeriert werden, sind leere Versprechen.
Sie funktionieren allein im Wechselspiel miteinander und genügen sich selbst. Was bleibt ist ein Sammlerstück.

 

“Leuchtkästen”, 2009

Installation, Rasterleuchten, Kabel, Dimentionen variabel

Zwischen einer und sechs Rasterleuchten im Standortformat von 65x65cm werden (installativ) zu skulpturalen Objekten zusammengestellt. Die Rückseiten der Rasterleuchten, sonst in der Decke versteckt, geben Form und Erscheinung. Das genormte Produkt wird zur Gänze auf seine Form reduziert und durch Neuanordnung werden technischer Details und Funktionen zu neuen Formalismen umfunktioniert. Löcher, Faltungen und Verbindungselemente zeigen nun eine komplexe Form die die zuvor nur konstruktive Notwendigkeit  war. 
In ihrem selbst konstruierten Kontext verlieren die Objekte ihren Maßstab. Durch ein teilweises Verdecken der Leuchtmittel wird ein mystischer Innenraum konstruiert.

 

“Feiern bis der Arzt kommt”, 2009

Lichtinstallation, Leuchtstoffröhren, ca. 150x150x200 cm

Durch die im eigentlichen Sinne unsachgemäße Kombination der elektronischen
Komponenten einer Leuchtstoffröhrenschaltung transformiert sich eine herkömmliche Leuchteinheit zu einer Installation mit lebendigen Eigenschaften. Zum einen entsteht ein Blitzrhythmus, der jeder logischen Abfolge entbehrt, und so ein faszinierendes Eigenleben entwickelt. Zum anderen steuert jede Einheit durch ihre unsachgemäße Benutzung ihrer verfrühten Zerstöhrung entgegen und bekommt so einen Lebenszyklus, der seine
Eigenschaft aus der Verschwendung seiner eigenen Substanz für einen Zeitraum der rücksichtslosen Lebendigkeit generiert.

Der von seiner Plastikhülle befreite Sarter blitzt in einem violetten, die Leuchstoffröhre in einem kaltweißen Licht. Die beiden Bauteile scheinen zu kommunizieren. Da sich kein nachvollziehbares Pattern einstellt bekommt jene Kommunikation einen mysteriösen Charakter.

 

“The Life Series 001”
Boy001&Boy002, 2008

(Waschmaschinenmotore, Gummiräder, Kabel, Stecker)

Standardisierte Industrieprodukte bekommen durch ihre Kombination eine neue Identität, einen Charakter. Seelenlose Objekte entwickeln eine Sprache, die uns zu Vergleichen mit vertrauten, natürlichen Dingen bewegen. Ihre funktionale Absurdität evoziert eine emotionale Aufladung. In diesem Paradoxon stellt sich die Frage nach dem Inhalt eines Charakters, nach den Parametern einer Persönlichkeit, nach den Regeln für die Festlegung von künstlichem und natürlichem.

 

“The Life Series 002”
2009

Zweikanal Videoinstallation auf HD screens,
Loops 2.25 min.

Zwei Videoloops, auf zwei hochkant an der Wand montierten 16:9 LCD Bildschirmen, zeigen je-weils eine nahezu bildfüllende Sequenz eines zylindrischen Glases.
Das Glas ist mit einer durchsichtigen Flüssigkeit gefüllt, in welcher sich jeweils ein insektenähnliches Objekt bewegt. Die Objekte bestehen aus einem kleinen Motor, zwei Knopfzellen, Nylonschnur, Kunststofffolie und Draht.
Wie die Arbeit “The Life Series 001 (Boy1&Boy2)” benutz ”The Life Series 002” standardisierten Industrieprodukte, um Lebendigkeit zu imitieren. Diesmal sind dies im Gegensatz zu “The Life Series 001” sehr filigraner Natur. Sie werden über das Medium Video und deren Präsentation auf LCD screens ihrer Materialität beraubt. Eine Gegenposition und somit eine Erweiterung von “The Life Series 001”.

 

“Ohne Titel (Series 1&2)”
2008

Fineart Print auf Aluminium, je 21x28 cm

Die Serie “Ohne Titel (1&2)”, bestehend aus acht Fotografien, zeigt auf jeder Abbildung eine in einem umgekerten Glasbehälter eingeschlossene Skulptur. Die Skulpturen selbst sind aus Abfallprodukten zusammengestellt.
Auf dunklem, neutralem Hintergrund abgelichtet und stark vergrößert, verlieren die Objekte weitgehend die Eigenschaft, grössenspezifisch zugeordnet werden zu können.
Durch die Inszenierung verändern sich Wertigkeiten. Der Müll als Ausgangsmaterial durchläuft eine mehrfache Transformation. Zuerst wird er durch Kombination und Anordnung zur Skulptur. Diese erfährt wiederum durch das Eingeschlossen sein in einer Vitrine eine Wertsteigerung, welche durch die vergrößerte Abbildung nochmals verstärkt wird.

 

“Ohne Titel (IKEA)”
2008

Einkanal Videoinstallation, animiertes Video,
18:18 min

Auf einer weißen Projektionsfläche entstehen Umrisszeichnungen von Möbeln, Küchengeräten und anderen Haushaltsgegenständen. Jeder neu hinzukommende Gegenstand wird in einer
Reihenfolge von 5 Farben gezeichnet.
Zu Anfang sind die gezeichneten Gegenstände klar erkennbar. Mit der fortwährenden Überlagerung verlieren sich die Umrisszeichnungen immer stärker in einem Chaos aus Linien und Farben, ihre Information verdichtet sich zur Unkenntlichkeit.

 

| contact | cv | links | press |

© 2008 all rights reserved